Mit der militärischen Besetzung des Sudetengebietes im Oktober 1938 durch das Deutsche Reich und der Schaffung des „Protektorats Böhmen und Mähren“ im März 1939 waren die dort lebenden Menschen von der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik betroffen. Innerhalb weniger Monate zerschlug man lang etablierte Formen der Betreuung und Unterbringung psychisch kranker Menschen.
Michal Šimůnek und Milan Novák geben erstmals einen umfassenden Überblick zu den Auswirkungen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik für das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik während des Zweiten Weltkrieges. Sie zeigen, wie das Zusammenspiel von rassistischer und rassenhygienischer Verfolgung durch die Nationalsozialisten zum Tod tausender als psychisch krank geltender Menschen führte. Außerdem gehen sie der Frage nach, weshalb die Aufarbeitung dieser Verbrechen über Jahrzehnte hinweg kaum stattfand.
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