Hans Schäffer (1886–1967), aus gutbürgerlich-jüdischem Haus in Breslau stammend, hat nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Soldat kämpfte, an der Erarbeitung der Weimarer Verfassung mitgewirkt. Er stand dabei stets „in der zweiten Reihe“, auch danach als Ministerialbeamter, Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Generaldirektor des Ullstein-Konzerns – bis er auf Druck von Goebbels dort ausscheiden musste –, Manager im schwedischen STAB-Konzern und als „Diplomat ohne Amt“ nach 1945.
Jedoch gehörte er immer zu denen, die etwas bewegt haben, die für Menschlichkeit, Toleranz und gesellschaftlichen Fortschritt eingetreten sind. Der Kampf gegen den Antisemitismus wie auch Schäffers Einsatz für die Demokratie bestimmten seine weltumfassende mehrsprachige Korrespondenz mit namhaften Politikern, Bankern, Wissenschaftlern, von der in diesem Buch nur ein Teil zur Auswertung erfasst werden konnte. Für ihn besaßen die sogenannten „preußischen Tugenden“ wie Fleiß, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit oberste Priorität, und bei alledem war er auch ein ausgesprochener Familienmensch.
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