Die Stilllegung, Sanierung und Rekultivierung der ehemaligen Urangewinnungs- und Uranaufbereitungsanlagen in Sachsen und Thüringen wird seit 1991 von der Wismut GmbH, als Nachfolgerin des einstigen Bergbaubetriebes, durchgeführt. Die großflächig radioaktiv kontaminierten und mit Schwermetallen belasteten Gebiete stellen nicht erst seit 1991 größte ökologische und ökonomische Probleme dar. Bereits seit den 1950er Jahren befasste sich die Wismut mit der Wiederurbarmachung stillgelegter Halden, Absetzbecken, Schächte und der enormen Verschmutzung des Wassers.
Aber welche Maßnahmen wurden umgesetzt und konnten überhaupt umgesetzt werden? Welche Qualität und Quantität hatten diese Maßnahmen? Wer hatte die Verantwortung? Dieses Buch liefert einen Überblick über erste Sanierungsansätze und umgesetzten Maßnahmen der SDAG Wismut bis 1991. Dabei relativieren die Forschungsergebnisse die in der Literatur bislang dominierende Interpretation der Wismut als Staat im Staate in erheblichem Maße. Die Umweltprobleme des Uranerzbergbaus gingen weit über die Grenzen des Wismut-Gebietes hinaus. Aus umwelthistorischer Perspektive konnte eine Verzahnung von betrieblichen, administrativen und staatlichen Ebenen herausgearbeitet und die Handlungsabläufe der Sanierungsmaßnahmen rekonstruiert werden. Es zeigte sich, dass die gravierenden Umweltbelastungen während des gesamten Förderzeitraums sich nicht allein der Verantwortung der Wismut zuschreiben lassen. Vielmehr lassen die zahlreichen Versäumnisse im Bereich des Umweltschutzes auf allen administrativen Ebenen auf eine kollektive Verantwortung und ein Systemversagen schließen.
Sabine Loewe-Hannatzsch promovierte an der Universität Mannheim und studierte Geschichte und Internationale Beziehungen an der University of San Diego, California.
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